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Ein Neubeginn auf dem Semmering …? Eine Bestandsaufnahme

by - Februar 14, 2016

Der Semmering wartet immer noch oder vielleicht doch

bald ein Neubeginn auf dem Semmering ? Eine Bestandsaufnahme …2016

Bild 1 Südbahnhotel

Nachdem seit 2011 im ehemaligen Kurhaus am Semmering von dem Kulturverein Semmering jeweils im Sommer gespielt wird, gibt es von den verschiedensten Seiten her wieder stärker Bemühungen, den alten Höhenluftkurort, der ja der Semmering heute noch ist, aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Wobei das große Erwachen leider noch auf sich warten lässt.

Ist es wirklich die Nähe zu Wien, die es den Besuchern nach dem Kulturgenuss zu einfach macht, die Großstadt im Handumdrehen am Abend schnell wieder zu erreichen? Ist es der Mangel an Anreizen, oben zu bleiben und nicht in der Nacht schnell nach Wien zu rasen?

Semmering oder Hoch Wien oder das  Fin de Siecle auf dem Berg:

Wurden doch endlich das Hotel Panhans, das ehemalige Erzherzog Johann auf der Passhöhe und andere Hotels bereits vor einigen Jahren wieder neu übernommen, so wartet das ehemalige Südbahnhotel immer noch auf einen „Neuanfang“. Obwohl in den Jahren 2000 bis 2010 im Hotel gespielt wurde, fand sich kein Investor, der das Hotel kaufen wollte. Was schreckt all die Käufer ab? 2009 wurde im Hotel die Strudlhofstiege gespielt, im Text sind Bilder von der Aufführung.

 

Bild 2 Szene Beginn 1

Jetzt wurde sogar eine Homepage eingerichtet, die potentielle Käufer für das Hotel anlocken soll.

Drei Hotels alleine auf dem Semmering machen aber noch nicht den Flayr eines Ortes wie Bad Ischl oder Kitzbühl aus, wo sich die Prominenz Sommer für Sommer einstellt.

Eine ältere Dame, die früher mit mir auf dem Semmering war, meinte schon damals zu mir:“Wo sind hier die Kaffeehäuser oder die Möglichkeiten im Sommer im Freien zu jausnen und den warmen Abend zu genießen?“

Bei den Sommerurlauben lächelten in der Sauna auch immer wieder die Gäste mir zu: Was drei Wochen sind sie hier? Wie halten Sie das aus? Da ist doch nichts los! Wenn sie aus dem Hotel gehen, befinden sie sich im Wald!“

Schläft der Semmering ?

Für Kurzurlaube wird in den großen Hotels mit Wochenendaktien geworben, aber wer bleibt länger dort? Nur ein Naturfreak, denn außer Wandern, Tennis, Kletter oder Golfspielen und Biken wird im Sommer nur kulturell im Kurhaus das neue Programm geboten. Auch eine Sommerrodelbahn wurde in den letzten Jahren gebaut. Ja, das ist eine tolle Sache, aber irgendwie wird das Sommerfestival auf die Dauer alleine nicht ausreichen, den Sommertourismus anzukurbeln.

Wer über die Hochstraße vom Hotel Panhans in Richtung Südbahnhotel wandert, bemerkt es leider sofort, dass hier der Ort schläft. Die ehemalige Bar bei der Kirche ist im Sommer geschlossen.

 

Bild 3 Szene 2 im Walddorfsaal

Ein Kaufhaus, in Richtung des Südbahnhotels, wurde schon vor Jahren geschlossen. Wer vor dem Hotel Wagner bei dem Wohnaus mit den alten grünen Auslagen vorbeigeht, dem beschleicht irgendwie ein Schauer, auch seit den 80 er Jahren geschlossen, die grüne Farbe blattelt ab und es scheint im ganzen Ort die Zeit still zustehen.

Die Tabak Trafik beim Südbahnhotel, bis vor zwei Jahren noch geöffnet oder doch auch schon geschlossen?

Wer ein Appartment im ehemaligen Südbahnhotel hat, braucht ein Auto, erklärten mir die Zweitwohnbeistzer, oder er ist sehr gut zu Fuß. Denn vom Billa geht man mit einem vollen Einkaufskorb ca. 30 Minunten über die Hochstraße nach hinten. Sehr idyllisch, aber für ältere Menschen ohne Auto, im Winter oder an heißen Sommertagen, nicht mehr möglich.

Die Zweitwohnbesitzer und der Leerstand

Natürlich gibt es auf dem Semmering ein großes Problem. In den 70 er Jahren gehörte es zum Lebensstil, sich ein Appartment im linken Panhanstrackt zu kaufen,

 

Bild 4 Film mitte

ja Otto Schenk war auch dort anzutreffen, aber die meiste Zeit sind diese Zweitwohnungen leer. Auf der anderen Seite muss die Gemeinde  gewährleisten, dass im Winter die Straßenräumung funtkioniert, dass Wasser, Licht und Strom zur Verfügung stehen, aber die Gemeinde schaut finanziell sprichwörtlich durch die Finger. Und wer im Sommer als Gast auf dem Semmering spazieren geht, sieht  überall die Zweitwohnungen, die leider die meiste Zeit dann leer stehen. So manch Hotelbesucher erklärte mir, der Semmering sei im Sommer bereits ein Geisterort, der nur mehr im Winter zum Leben erwacht.

Die Pension Alexander gehört so wie viele andere Pensionen auch seit den 90 er Jahren dazu. Als die Pension geschlossen wurde, sie war in den 70 ern noch in Betrieb, wurden die Zimmer zu Appartments umgebaut und nach und nach verkauft. Konnte man früher im Sommer im Garten einen Kaffee trinken, so geht man jetzt oft an verschlossenen Fenstern und Türen vorbei.

Ein weiteres Problem ist die Größe der Gemeinde. Kein einheitlicher Ort, sondern ein im Wald verstreuter Ort, dessen Ortsteile zu erreichen schon ein Wandertag für sich wird, ist man ohne Auto unterwegs. Das macht die Sache für Schitouristen auch nicht einfach.

Es muss sich etwas ändern …

Wenn sich jemand im Winter z.B. im Landau einquartiert, es liegt in der Nähe des Südbahnhotels, muss er mit dem Auto nach vorne zu den Schipisten fahren, sonst würde er zu  lange gehen. Da bräuchte es im Sommer und Winter einen kleinen Busdienst, der wie ein Taxi, aber nur viel günstiger, die Runde, Panhans, Hochstraße, Südbahnhotel, Bahnhof und Liftparkplatz im Halbstundentakt abfährt und so die abgelgenen Ortsteile mit den Liften verbindet. Das wäre ein Anreiz, auch im Winter auf dem Semmering zu übernachten und nicht am Abend wieder in die Stadt zu fahren, wie es sehr viele Wiener bereits seit Jahren machen.

Punkten können die Privatpensionen, die nur wenige Zimmer haben und ihre Stammgäste seit Jahren im

 

Bild 5 auf dem Dach

Sommer und Winter beherbergen. Darunter sind aber leider auch schon ältere Gäste und die Privatpensionen fürchten, dass , falls diese Stammgäste nicht mehr kommen, die junge Generation dann auch nicht mehr kommen wird. Denn nur im Sommer wandern ? Das habe ich gemacht, aber die Jugend von heute? Da ist im Winter Schifahren mit Apri Ski angesagt, im Sommer Mountain biken oder mit den Rollern den Berg hinunter sausen. Gut das wird ja angeboten, aber die meisten Gäste bleiben nicht oben, übernachten leider nicht am Semmering.

Sommer und Wintertourismus

Dass sich an der Situation etwas verändern wird, zeigt uns schon das Problem mit dem Klimawandel. Wurden in den 80 er Jahren von 10 Uhr Nachts bis 3 Uhr früh die Pisten beschneit, so beginnt die Atkion seit letzteren Jahren erst um Mitternacht und später. Das zeigt uns, dass es in absehbarer Zeit immer schwieriger sein wird, eine gute  Schneelage zu garantieren. Sollte, wie von Meteorologen prognostiziert, die Null Grad Grenze im Winter über 1000 Meter steigen, so wird Schnee auf dem Semmering bald der Vergangenheit angehören. Da ist eben auch zu bedenken, dass der Schwerpunkt des Urlaubers wieder so wie um 1912 eher auf den Sommer gelegt wird und der Winter bald nicht mehr die Hauptrolle spielen wird. Doch das Wandern kommt wieder in Mode.

Renaissance des Wandern und der Sommerfrische

Angeblich, so wurde mir bereits berichtet, gibt es wieder mehr junge Familien, die den Wanderurlaub und die Sommerfrische genießen und länger als drei Tage auf Urlaub bleiben. So ist das Wandern wie in den 70 er Jahren , als ich als Kind auf dem Semmering herumlief, wieder in und erfreut sich wieder größerer Beliebtheit. Auch der Trend vom schnellen drei Tagesurlaub geht bei jüngeren oder bei Familien in die Richtung, dass der gesamte Urlaub oder zumindest eine oder zwei Wochen zumindest an einem Ort verbracht werden. Es wäre zumindest für den Semmering wünschenswert, könnte eine Trendumkehr stattfinden und die gute alte Sommerfrische wieder vom Städter neu entdeckt werden.

Der Dreitagesurlaub oder die Kulturtouristen

Der Trend eines drei Tagesurlaubes, wie er im Augenblick auch im Sommer von Kulturtouristen betrieben wird, ist bereits gigantisch. So gibt es Gäste, sie haben es mir selber im Kurhaus erzählt, die sind heute im Kurhaus auf dem Semmering, aber einen Tag später in Baden oder im Römersteinbruch und so geht es oft den ganzen Juli hindurch. Ob das noch ein Genuss und eine Erholung ist, wage ich stark zu bezweifeln.

 

Bild 6 im speisesaal

Ich spazierte nach der Vorstellung im Südbahnhotel genüßlich ins Panhans zurück und genoss die frische Abendluft. Ja,  die Hotels bieten Angebote im Sommer mit den Aufführungen an, die werden sicher von Touristen aus Deutschland oder den östlichen Nachbarn angenommen, aber dass Wiener oben bleiben, das ist eher die Ausnahme.

Billigreisen in die Türkei oder andere billige Testinationen

Was mache ich auf dem Semmering? Fragte mich ein guter Bekannter. Ich fahre ans Meer nach Kroatien, dort liege ich am Strand  und lebe sehr günstig. Jemand anderer erklärte mir: „Mit dem Geld, dass du in 3 Wochen dort zahlst, kannst du 6 oder 8 Wochen in die Türkei fliegen, der Semmering ist doch viel zu teuer. “ Aber was mache ich in der Türkei? Ich will wandern und meine Ruhe haben, antwortete ich ihm. Gerne gehe ich im Wald spazieren, erhole mich an der frischen Luft und am Abend schwimme ich meine Runden im Schwimmbad. Warum soll ich in die Türkei, nach Kroatien oder anderswo hinreisen, wenn es in Österreich auch schön ist? Natürlich sind die Billigangebote und Billigreisen immer schon gewesen. Aber trotzdem könnte der Semmering mit seiner Geschichte, seiner Kultur und mit der alten Sommerfrische auch heute noch viel mehr Menschen hinauf locken.

Die gute Erreichbarkeit  — Fluch oder Chance

Mit dem Zug fuhr man früher über 3 oder 4 Stunden auf den Berg, so sind es heute mit der Bahn oder dem Auto eine gute Stunde, in der der Semmering erreicht werden kann. Für die Wiener, die einen Tag oben verbringen, ein Segen, aber für den Ort selber entsteht eben das, was ich die Semmeringflucht nenne. Kaum ist im Sommer die Veranstaltung aus, da konnte man auf die Uhren sehen, in weniger als 10 bis 15 Minuten war das Kurhaus leer, der Parkplatz auch und die Gäste auf der S6 nach Wien unterwegs.

So ist es ja seit Jahren auch im Winter. Da wird die S6 zu einem riesigen Parkplatz umgebaut, da sind die Parkplätze beim Lift überlastet, aber am Abend? Der Großteil der Urlauber fährt in die Stadt zurück. Und darinnen liegt eben das Übel. Der Ort selber hat kaum etwas von den Tagesgästen, die auf den Berg kommen. Darin liegt das Problem. Welche Anreize können und müssen von Seiten der Gemeinde gemacht werden, dass hier eine Trendumkehr stattfindet? Ist es überhaupt möglich, das zu schaffen.

Ich denke schon, denn so waren die Ideen von einigen Semmeringern, wäre es toll, zwischen dem  Erzherzog Johann und der Feuerwehr, endlich ein kleines Einkaufszentrum entstehen zu lassen, wo man an schönen Tagen auf der einen Seite in Richtung Wien und auf der anderen Seite Richtung Steiermark sehen kann. Dort könnte zumindest ein kleines Kino und einige Geschäfte sein, damit ein neuer Anreiz besteht, auf den Semmering zu fahren.

Die Zukunft des Semmerings … ein Neubeginn

Ja, Ideen gibt und gab es genug. Da gab es die Idee von zwei neuen Sesselliften von Maria Schutz weg in Richtung Hirschenkogel und von dort auf den Sonnwendstein. Doch aus diesen Plänen wurde nichts.

Auf der einen Seite ist hier die Geschichte des Ortes, an dem sich das „Who ist Who“ des augehenden 19. Jahrhunderts getroffen hat, auf der anderen Seite die Ansprüche einer Jugend, die etwas erleben will und die auch den Kick im Urlaub sucht, und dann sind da die Familien, die auch mal ihren Urlaub genießen wollenl.

Dann ist da die Generation, die bewusst die Kultur und die historischen Häuser aufsucht, ja es wird bereits im Sommer in Östereich bereits hinter jedem „Heuhaufen“ gespielt, wie mir Freunde bereits vor einem Jahr mitgeteilt haben. All diese Urlaubswünsche unter einen Hut zu bringen, ist sicher nicht einfach. Obwohl das 24 Stunden Rad – Rennen im Sommer gut angenommen wird, und so der Zauberberg für die Jugend wieder attraktiver wird.

Ein Neubeginn kann nur dann stattfinden, wenn nicht nur Hotels wieder eröffnet werden, sondern die Angebote erweitert werden, wie ein Busverkehr im Ort, zu Beginn stündlich, in den Winter und Sommerferien anzubieten, damit auch Personen, die kein Auto haben, leichter von den entlegenen Orsteilen zu den Liften kommen.

Bei Wanderungen im Sommer ist es oft sehr lästig, nach einer langen Wanderung vom Golfplatz die Hochstraße müde zum Hotel zurückzuwandern. Weiters wäre es vom Vorteil, geschlossene Geschäfte so herzurichten, dass zumindest im Sommer Kaffe und Kuchen angeboten werden können und zum Verweilen einladen. Das Museum auf der Hochstraße könnte damit einbezogen werden, ein Anreiz, nicht am Abend in die Stadt zu fahren, muss gegeben sein.

Deckblatt_Farbe_sommerfrische

Das Deckblatt – Bitte auf das Bild drücken

Erst dann wird auch neues Leben im Ort entstehen und so ein Anreiz geschaffen, seinen Urlaub oben zu verbringen.  Natürlich soll der Kulturbetrieb weiter laufen, Personen verkleidet wie Peter Altenberg die Gäste begrüßen und Führungen anbieten. Bald jährt sich der hundertste Todestag von Peter Altenberg und da sollte kulturell auf jeden Fall etwas Entstehen.

Bei so einem Projekt müssten alle viel mehr an einem Strang ziehen und die Angst, der andere Hotelier könnte mehr Geschäfte machen als der Nachbar, hinter sich lassen.  Nur wenn alle gemeinsam den Semmering als Großprojekt sehen, Anreize schaffen, dass ein Besucher des Kurhauses gerne auch den Abend und die Nacht auf dem Semmering verbringt und eben nicht mehr in die Stadt zurücksaust, dass das Flanieren auf der Hochstraße zu einem Kaffeehaus wieder „IN“ wird, dann stehen die Chanzen günstig, dass der Semmering wieder erwachen wird und die Zweitwohnbesitzer wieder gerne auf den Semmering kommen.

Dass etwas passiert ist, bewiesen bereits die Aufführungen im Südbahnhotel und im Kurhaus, die Ausstellung im jüdischen Museum in Wien im Jahr 2015 und  die zwei neuen Bücher: Ich bin zur Sommerfrische auf dem Semmering und Semmering 2012.    >INFOS HIER<    Beide Bücher sind direkt beim Autor zu bestellen oder im Buchhandel ihres Vertrauens.

Vielleicht ist es möglich, pro verkauften Buch den Kutlurbetrieb mit einem kleinen Betrag zu unterstützen und so beizutragen, dass auf dem Semmering wieder die Sommerfrische eines Tages „IN“ sein wird und Die Gäste gerne wieder so wie um 1900 wieder auf den Berg fahren. Semmering 2012- Semmering 1000 Meter Seehöhe!

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